Nachts im Wald

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Die Sonne ging unter und die Laternen erleuchteten nun die Straßen der Stadt. Alles wurde still und man hörte nur noch ab und zu die Hunde bellen und Katzen miauen. Die Stadt machte sich bereit sich zur Ruhe zulegen. Fast alle Menschen waren schon in ihren Häusern, denn keiner wollte nachts noch draußen sein. Doch immer wieder wagten sich Leute nachts nach draußen und wurden nie wieder gesehen. Auch in dieser Nacht war jemand noch nach Sonnenuntergang auf den Straßen:

Schwere Schritte hallten von den Fassaden der Häuser wieder. Nici, ein 16 Jahre altes Mädchen lief durch die Straßen der Stadt. Sie wusste genau, dass sie sich nicht mehr auf die Straßen wagen sollte wenn die Sonne untergegangen war. Doch den Umständen entsprechend ließ sich dies nicht vermeiden. Außerdem könnte sie es noch schaffen, bevor die Sonne untergangen war, denn sie war eine gute Läuferin.

Doch trotzdem wusste sie nicht warum sie nicht draußen sein durfte, wenn die Sonne untergegangen war. Immer wenn sie ihre Mutter danach fragte, gab sie ausweichende Antworten und blickte ihr nicht in die Augen. Ihr Vater war schon lange fort. Wenn sie ihre Mutter danach fragte sagte sie immer nur, dass er gegangen war als Nici noch ein kleines Kind war.

Ein kalter Wind blies Nici um die Ohren. Ihr langes blondes Haar wehte in ihr Gesicht. Nici wurde kalt und so lief sie noch schneller. In nicht einmal fünf Minuten wäre sie zu Hause. Doch es sollte anders kommen als sie es Gedacht hatte, denn das Schicksal hatte etwas anderes mit Nici vor.

Sie musste nur noch an zwei Ecken vorbei dann wäre sie zu Hause. Doch als sie gerade um die erste Ecke bog blieb sie abrupt stehen. Ein großer schwarzer Wolf stand vor ihr. Er schnüffelte im Müll einer umgekippten Mülltonne herum als er plötzlich zu ihr auf schaute. Er hatte ganz und gar schwarzes Fell. Doch seine Augen stachen besonders aus seinem Gesicht heraus. Sie waren Gold-Gelb und hatten ein unheimliches Funkeln inne. Er schaute ihr direkt in die Augen und es war als Zogen sie Nici in ihren Bann. Sie hatte das Gefühl vom Blick  förmlich durchbohrt zu werden. Unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen starrte sie den Wolf weiterhin an. Plötzlich fing der Wolf an zu heulen. Der Schreck ließ Nicki zusammen fahren. Sie hielt sich die Ohren zu denn das Heulen war laut und durchdringend. Das Heulen kam ihr nicht normal vor. Ist das Heulen eines Wolfes wirklich so durchdringend und intensiv das es durch die Knochen dringt? Abrupt hörte der Wolf auf zu heulen und blickt Nicki wieder an. Langsam schritt er nun auf Nicki zu. Doch bevor er ihr auch nur einen Meter näher kam, drehte sie sich um und lief los. Nicki hatte Angst, denn sie hatte mal gelesen das Wölfe mithilfe ihres Heulens ihre Rudelmitglieder verständigen. Sie hörte wie der Wolf hinter ihr her jagte. Doch kaum bog sie um die nächste Ecke, als sie weitere Wölfe erblickte. Sie änderte ihre Richtung noch im Laufen und lief nun in Richtung des Waldes. Sie wusste zwar dass man nicht in den Wald laufen durfte, selbst am Tage nicht. Doch dies kümmerte sie jetzt nicht. Sie wollte jetzt bloß nicht von den Wölfen gefressen werden. Nicki hofft die Wölfe im Wald ab zu hängen, denn sie wusste auf gerader Strecke würden die Wölfe sie einholen. Und so lief sie, so schnell sie konnte in Richtung des Waldes, während das Rudel der Wölfe ihr folgten.

Immer und immer wieder stolperte sie über Wurzeln und Steine die unter dem Laub verborgen waren. Die Äste zerkratzten ihr Gesicht und ihre Beine und Arme, wobei sich immer wieder kleine Äste in ihrem Haar verfingen. Sie wusste nicht ob die Wölfe ihr noch folgten oder ob sie die Jagd schon aufgegeben haben. Doch sie traute sich nicht sich umzudrehen und nachzuschauen. Plötzlich stolperte sie und fiel hin. Sie rechnete damit, dass die Wölfe über sie herfallen würden, aber sie hörte nichts bis auf ihrem keuchenden Atem. Sie schaute über ihre Schulter. Sie sah nichts außer dem Wald, der finster und bedrohlich in der Nacht erschien. Nici seufzte vor Erleichterung und dennoch fühlte sie sich nicht wohl in ihrer Haut. Sie hatte ein Gefühl der Unsicherheit und sie fühlte sich beobachtet. Hinzukam das sie keine Ahnung hatte wo sie sich befand oder wie sie wieder nach Hause kam. Panik keimte in ihr hoch und sie hätte gerne vor Verzweiflung geweint. Doch sie wusste, dass sie nicht aufgeben durfte und versuchte Ruhe zu bewahren. Vorsichtig ging sie einige Schritte in die Richtung, von der sie dachte es wäre die richtige Richtung. Sie achtete wo sie hin ging und auf die Geräusche, falls doch noch ein Wolf ihrer Fährte folgte.

Nachdem sie schon eine ganze Weile ging, ohne dass ein Wolf in Sicht war kam sie an ein kleines Haus. Es war sehr alt, sodass die verblichene gelbe Farbe am Holz abblätterte und eine kleine Veranda. Es war zweistöckig und die Tür stand offen. Nicki wusste nicht ob sie weiter gehen sollte oder ob sie sich erst mal im Haus ausruhen sollte. Doch diese Endscheidung wurde ihr schnell abgenommen. Plötzlich hörte sie ein knacken und drehte sie ruckartig um und blickte in zwei durchdringende Gold-gelbe Augen. Der Wolf fletschte die Zähne und ließ  ein leises Knurren vernehmen. Ganz langsam ging er auf Nicki zu und bei jedem Schritt, den der Wolf auf Nici zukam wich sie einen Schritt zurück. Dabei kam sie immer näher an das Haus. Auf einmal setzte der Wolf zum Sprung an. Nici hetzte die paar Stufen der Veranda hoch und schloss die Tür hinter sich. Gerade noch rechtzeitig, den der Wolf knallte gerade gegen die Tür. Die Tür war solch einer Belastung nicht gewöhnt und Nicki hatte Mühe die Tür da zu halten wo sie hingehörte. Der Wolf hatte eine ungeheure Kraft und das Holz knarrte leicht unter der Belastung. Man hörte seine Krallen, die über das alte Holz schabten. Nicis Herz raste und sie betet, dass die Tür dem Gewicht des Wolfes stand hielt. Doch die Tür hielt stand und nach einigen Minuten verebbten die Attacken des Wolfes. Sie spähte vorsichtig hinaus, um zu sehen ob der Wolf noch da war. Doch der Wolf war noch da und knurrte als er Nicki erblickte. Schnell schloss sie wider die Tür und drehte sich um.

Es dauerte noch etwas bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Danach richtete sie ihren Blick in den großen Raum, der sich vor ihr erstreckte. Eine hölzerne offene Treppe führte nach oben. Sie befand sich anscheinend im Wohnzimmer. Es gab ein großes braunes Ledersofa und zwei gemütlich aussehende Sessel. Vor dem Sofa stand ein kleiner Glastisch und in einer der Ecken ein großer Esstisch, an den sechs Personen Platz nehmen konnten. An einer Seite der Wand hing ein großer Spiegel, in den man aber nichts sehen konnte da sich dort eine dicke Staubschicht abgesetzt hatte. Auch sonst war der Staub hier zu Hause. Eine der Wände wurde von einer Schrankwand eingenommen. Es führten noch zwei weitere Türen von dem Zimmer ab, doch diese wollte Nicki nicht weiter untersuchen und sie wendete sich lieber der Treppe zu. Die Treppe knarrte unter dem Gewicht von Nici. Sie kam in einen kargen kleinen Raum. In diesen Raum befanden sich nur ein großes Bett und ein Schrank. Doch etwas störte sie bei dem Anblick des Zimmers: In dem Zimmer befand sich kein Staub und das Bett sah gemacht aus. Unbehagen machte sich in ihr breit und sie rief ob jemand in diesen Haus wohne. Doch sie erhielt keine Antwort. Am anderen Ende des Raumes war eine weitere  Tür. Sie stand einen Spalt weit offen und Nici spähte hindurch. Dahinter befand sich ein großes geräumiges Badezimmer. Sie machte die Tür noch weiter auf und ging hinein. Eine große offene Badewanne mit Goldfüßen stand mitten im Raum. Ansonsten gab es noch ein großes Waschbecken und eine Toilette. Sie verließ den Raum wieder und ging auf das Bett zu. Es sah weich und kuschelig aus. Nicki fragte sich wie es wohl wäre in dem Bett zu liegen und bevor sie sich versah lag sie im Bett. Es war wirklich sehr weich und sie wurde schläfrig. Ach was Solls. Ich kann mich ja bis morgen erst einmal ausruhen. Und schon war sie eingeschlafen.


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